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Erwachsene sind von ihr eher selten betroffen, im Kindesalter erwischt sie aber so gut wie alle: die Mittelohrentzündung. Neuroth-Audiologe Max Bauer erklärt die Besonderheiten der Erkrankung, worauf bei einer Infektion zu achten ist und wie wir unsere Hörstärke trotzdem schützen können. 

Max Bauer, Specialist Clinical Audiology (MSCA), Influencer, Innovation
Maximilian Bauer, MSc

Specialist Clinical Audiology (MSCA), Influencer, Innovation

Was ist eine Mittelohrentzündung?

Unter einer Mittelohrentzündung versteht man die Entzündung der Schleimhaut im Mittelohr. Erste Anzeichen für die Erkrankung sind stechende Ohrenschmerzen, die ohne Vorwarnung auftreten und ziemlich schmerzhaft sein können. Weitere Hinweise auf die Otitis media, so der Fachbegriff für die Mittelohrentzündung, sind andere vorausgegangene Infekte wie eine Erkältung oder ein Schnupfen. Dadurch gelangen Viren und Bakterien von der Nase und dem Rachen leichter ins Mittelohr.

Die Folge: eine Flüssigkeitsansammlung, die unter anderem das Hören erschwert. Vor allem bei Kindern kommt es häufig zu Entzündungen des Mittelohrs. Es gibt Studien, wonach jedes zweite Kind in Europa im ersten Lebensjahr mindestens einmal an einer Mittelohrentzündung erkrankt. Bis zum siebten Lebensjahr hat sie durchschnittlich jedes Kind einmal gehabt. Obwohl es vor allem die Kleinen erwischt, kann sich das Mittelohr auch bei Erwachsenen entzünden. Zwar können die Erkältungsviren auf andere übertragen werden, die Mittelohrentzündung selbst ist hingegen nicht ansteckend. Mit der richtigen Behandlung und ausreichend Schonung sind nach etwa einer Woche 80 Prozent aller Kinder und Erwachsenen wieder gesund – und so hörstark wie davor.

Die drei Arten von Otitis media

Drei Icons nebeneinander, welche die drei Arten von Otitis media beschreiben: akut (Thermometer), rezidivierend (Kalender), chronisch (Uhr)
  • Akute Mittelohrentzündung: Die Erkrankung tritt plötzlich auf, oft in Folge einer Erkältung. Die Beschwerden klingen im Normalfall nach ein paar Tagen wieder ab.
  • Rezidivierende Mittelohrentzündung: Eine akute Mittelohrentzündung, die immer wiederkehrt, also rezidivierend ist. Sie tritt mindestens drei Mal innerhalb von sechs Monaten oder mindestens vier Mal pro Jahr auf.
  • Chronische Mittelohrentzündung: Ist das Mittelohr mindestens zwei Monate lang entzündet, spricht man von einer chronischen Mittelohrentzündung. Dabei kann es zu kleinen Schäden im Trommelfell oder an den Gehörknöchelchen kommen. Während bei Kindern vor allem die chronische Flüssigkeitsansammlung häufig ist, betreffen schwerere oder langwierige Entzündungsformen eher Erwachsene.

Die akute Mittelohrentzündung

In den meisten Fällen tritt die akute Mittelohrentzündung gemeinsam mit einer Infektion der Atemwege auf. Das kann eine Erkältung, ein Schnupfen, eine Halsentzündung oder zum Beispiel auch die Grippe sein. Der Grund dafür: Unsere Nase, der Rachen und das Mittelohr, das hinter dem Trommelfell liegt, sind über die Eustachische Röhre (oder auch Ohrtrompete) miteinander verbunden. Dieser Verbindungsweg hat eine wichtige Aufgabe. Die Eustachische Röhre ermöglicht den Druckausgleich im Mittelohr und stellt sicher, dass etwaige Flüssigkeit aus dem Ohr in den Rachenraum abfliesst. Ist man erkältet, schwillt nicht nur die Schleimhaut im Nasen- und Rachenraum an, sondern auch die Eustachische Röhre. Ihre Funktion ist dann eingeschränkt.

Ohne Belüftung sammelt sich nun Flüssigkeit, sogenanntes Sekret, im Mittelohr. „Krabbeln Bakterien oder Viren von der Nase ins Mittelohr, finden sie ideale Bedingungen vor und es entsteht eine Entzündung“, sagt Neuroth-Audiologe Max Bauer. „In der Regel kommt es zu einem Erguss, einer Ansammlung von Sekret, der eine hohe Spannung im Trommelfell verursacht und sehr, sehr schmerzhaft ist.“ Vor allem Kinder erwischt es aufgrund ihrer Anatomie (die Eustachische Röhre ist kürzer und leichter für Keime zu bewältigen) mindestens einmal bis zu ihrem sechsten Lebensjahr. Mit zunehmendem Alter wird das Risiko für eine Otitis media kleiner.

Ursachen für eine akute Mittelohrentzündung

  • Verletztes Trommelfell: Ist das Trommelfell beschädigt, können Keime über den äusseren Gehörgang in das Mittelohr eindringen.
  • Vergrösserte Rachenmandeln: Die Polypenkönnen die Belüftung des Mittelohrs behindern und so zu einer Entzündung führen.
  • Allergische Reaktionen: Auch sie sorgen für Schwellungen der Ohrtrompete und verhindern, dass unsere Ohren richtig belüftet werden.
  • Scharlach, Masern, Röteln: In seltenen Fällen gelangen Krankheitserreger nach einer bakteriellen Infektion wie Scharlach oder einer Viruserkrankung wie Masern und Röteln über die Blutbahn ins Mittelohr. Eine Schutzimpfung gegen Masern und Röteln beugt dem vor.

Die chronische Mittelohrentzündung

Heilt eine akute Otitis media nicht ab, sondern bleibt über mehrere Wochen hinweg bestehen, zum Beispiel weil die Rachenmandeln vergrössert sind oder das Trommelfell verletzt ist, kann sie zu einer chronischen Mittelohrentzündung werden. Sie stellt ein grosses Risiko für unsere Hörstärke und Gesundheit dar und muss unbedingt von einer HNO-Ärztin oder einem HNO-Arzt behandelt werden. Es kommt dabei zu Schäden im Trommelfell und an den Gehörknöchelchen, die das Hören nicht nur vorübergehend, sondern sogar langfristig beeinträchtigen können. Bei Kindern kann die chronische Form der Mittelohrentzündung daher die Sprachentwicklung beeinträchtigen.

Man erkennt die chronische Mittelohrentzündung am dauerhaften Ohrenfluss sowie am schlechteren Hören. Starke Schmerzen und Fieber sind hingegen eher selten. Bei manchen Personen bildet sich auch ein sogenanntes Cholesteatom: Hautzellen des Gehörgangs wachsen in das Mittelohr rein und breiten sich dort aus, was die Entzündung weiter begünstigt. Dann kann nur mehr ein chirurgischer Eingriff helfen. Damit es erst gar nicht so weit kommt, sollten Symptome immer ernst genommen werden. Bei Schmerzen suchen Sie am besten gleich eine*n Ärzt*in auf. So schützen Sie nicht nur Ihre Gesundheit, sondern auch Ihre Ohren vor einem Hörverlust.

Wie erkenne ich eine Mittelohrentzündung?

In vielen Fällen kündigt sich die Otitis media mit einem Husten oder einem Schnupfen an. Ist das Mittelohr entzündet – meistens ist nur ein Ohr betroffen – treten stechende oder klopfende Ohrenschmerzen auf. Sie entwickeln sich nicht erst langsam, sondern sind plötzlich da. Die weiteren Symptome einer Mittelohrentzündung unterscheiden sich von Person zu Person und können von generellem Unwohlsein bis hin zu Fieber reichen. Weil es zu vermehrter Bildung von Flüssigkeit im Ohr kommt, hören sich Geräusche auf einmal gedämpft an. Durch die Schwellungen im Mittelohr können sich auch die Gehörknöchelchen nicht mehr frei bewegen – das führt zu einem Druckgefühl im Ohr und zu einem verminderten Hörvermögen. Manche Personen erleben Gleichgewichtsprobleme. Handelt es sich um eine bakterielle Entzündung, kann es auch passieren, dass sich eine eitrige Flüssigkeit bildet.

Mögliche Symptome

  • Stechende Ohrenschmerzen
  • Husten oder Schnupfen
  • Fieber
  • Kopfschmerzen
  • Schlechtes Hören, gedämpfte Geräusche
  • Gleichgewichtsstörungen und Schwindel
  • Ohrengeräusche wie Tinnitus
  • Schlafstörungen
  • Bauchschmerzen
  • Appetitlosigkeit, Übelkeit oder Erbrechen
  • Ausfluss von Flüssigkeiten aus dem Ohr
  • Rötung und Schwellung hinter dem Ohr

Die Mittelohrentzündung bei Kindern

Bei Kindern zählt die Otitis media zu den häufigsten Erkrankungen. Es erwischt im Grunde alle einmal – und das ohne Ausnahme. „Da müssen Kinder leider durch“, sagt Max Bauer. Laut ihm hängt das mit dem Wachstum zusammen. „Bei vielen Kindern steht die Eustachische Röhre entweder immer offen oder sie ist immer verklebt. Steht sie offen, wandern die ganzen Bakterien rein. Ist sie verklebt, gibt es keine Belüftung im Mittelohr. Beides ist schlecht.“ Dazu kommt, dass auch anatomische Merkmale Kinder anfälliger für Mittelohrentzündungen machen. Die im Vergleich zu Erwachsenen kürzere Eustachische Röhre erleichtert es Krankheitserregern, bis ins Mittelohr zu gelangen. Kinder sind im Kindergarten und in der Schule ausserdem viel öfter Bakterien und Viren ausgesetzt, auch das steigert das Risiko für eine Otitis media. Mit ungefähr sieben Jahren ändert sich das. Bis dahin war durchschnittlich jedes Kind einmal betroffen. Studien zeigen übrigens, dass sich das Risiko für Mittelohrentzündungen nach einer Impfung gegen Pneumokokken verringert. Pneumokokken sind Bakterien, die schwere Erkrankungen wie Hirnhautentzündungen verursachen können. In Österreich wird eine Impfung für Kinder daher empfohlen, bis zum zweiten Lebensjahr ist sie kostenlos. Einen hundertprozentigen Schutz gibt es nicht.

Gerade weil sich kleine Kinder oft noch nicht so gut ausdrücken können und manchmal Schwierigkeiten haben, ihre Schmerzen richtig zuzuordnen, ist es für Eltern wichtig, auf mögliche Anzeichen einer Otitis media zu achten.

Anzeichen einer Mittelohrentzündung bei Kindern

  • Es fasst sich oft ans Ohr oder reibt seine Ohren.
  • Durch die Flüssigkeit im Mittelohr, hört es schlecht.
  • Das Kind schüttelt seinen Kopf ohne ersichtlichen Grund.
  • Das Kind ist unruhig und schläft schlecht oder gar nicht.
  • Es kann Fieber von bis zu 40 Grad auftreten.
  • Das Kind weint viel.
  • Es kann sein, dass es sich übergeben muss.

„Wenn Eltern bemerken, ihr Kind hört nicht, dann kann es natürlich sein, dass es ganz einfach nicht darauf hört, was man sagt“, so Max Bauer. „Es kann aber auch sein, dass das Mittelohr nicht mehr richtig funktioniert. Dass das Kind zwar keine Schmerzen hat, aber eben Flüssigkeit im Ohr.“ Aus diesem Grund sollten Eltern ihr Kind immer ernst nehmen – und Symptome wie schlechtes Hören nicht einfach so abtun. „Wenn eine Mittelohrentzündung bei Kindern nicht behandelt und chronisch wird, können sie wegen des Hörverlusts, der dadurch entsteht, in einer entscheidenden Phase des Spracherwerbs eine auditive Verarbeitungsstörung kriegen“, sagt der Audiologe. Das heisst: Das Gehirn lernt nicht, Geräusche und Sprache richtig zuzuordnen, was vor allem in lauten Umgebungen wie Klassenzimmern ein Problem ist. Es kann zudem zu mechanischen Schäden kommen, die das Hören dauerhaft beeinflussen. Äussern Kinder Schmerzen oder haben Eltern die Vermutung, es könnte an einer Entzündung des Mittelohrs leiden, ist es also in jedem Fall ratsam, zu einer Ärztin oder einem Arzt zu gehen. Das beruhigt die Familie und beugt ausserdem einer chronischen Mittelohrentzündung vor.

„Wenn Eltern bemerken, ihr Kind hört nicht, kann es sein, dass das Mittelohr nicht mehr richtig funktioniert. Das sollten sie ernst nehmen.“

Max Bauer, Neuroth-Audiologe

So wird eine Mittelohrentzündung diagnostiziert

Für HNO-Ärzt*innen deuten Symptome wie der plötzliche Beginn der Erkrankung mit starken Ohrenschmerzen, Unwohlsein und Probleme beim Hören auf eine akute Mittelohrentzündung hin. Zur weiteren Abklärung untersuchen sie die Ohren. Dabei kommt entweder ein Ohrmikroskop zum Einsatz. Das ist ein kleiner Trichter aus Metall, mit dem Ärzt*innen in den Gehörgang schauen können. Oder sie verwenden dafür ein Otoskop, ein Gerät mit Lupe und Lämpchen. Ärzt*innen können so feststellen, ob das Trommelfell vorgewölbt ist, ein klassisches Merkmal der Otitis media. Ist das Mittelohr entzündet, zeigt sich eine starke Durchblutung des Trommelfells sowie eine für die Erkrankung typisch matte Farbe. Ist das Trommelfell verletzt, ist auch die eitrige Flüssigkeit sichtbar.

In manchen Fällen, das liegt im Ermessen der Ärztin oder des Arztes, wird auch noch eine Mittelohrdruckmessung durchgeführt. Der Fachbegriff dafür lautet Tympanometrie. Genau so wie die Untersuchung mit dem Otoskop ist sie nicht mit Schmerzen verbunden. Eine spezielle Messsonde lässt dabei Rückschlüsse über den Druck im Mittelohr, die Hörfähigkeit und auch den Zustand des Trommelfells zu. Auch ein Hörtest oder eine Ultraschalluntersuchung sind möglich.

Um festzustellen, ob es sich um eine virale oder bakterielle Infektion handelt, wird ein Abstrich aus dem Ohr genommen. Symptome wie ein rascher Fieberanstieg oder ein eitriger Ohrenfluss deuten allerdings auch ohne Abstrich darauf hin, dass Bakterien hinter der Erkrankung stecken – im Übrigen ist das auch die häufigere Form der Mittelohrentzündung. Ein Abstrich ist ebenfalls sinnvoll, um eine chronische Mittelohrentzündung festzustellen. So lässt sich der Krankheitserreger genau bestimmen und die Behandlung gezielt darauf abstimmen.

Was tun bei Mittelohrentzündung?

Die gute Nachricht: Nach zwei bis acht Tagen sind die meisten Betroffenen wieder symptomfrei und genau so hörstark wie vor der Erkrankung. Doch bis es so weit ist, kann sich eine Mittelohrentzündung für die Betroffenen sehr unangenehm anfühlen. Die Otitis media verursacht nämlich starke Schmerzen, weswegen als erstes oft schmerzstillende Medikamente zum Einsatz kommen. Auch fiebersenkende Medikamente können helfen, damit es Erwachsenen und Kindern bald wieder besser geht. Abschwellende Nasentropfen können den Heilungsprozess unterstützen, weil sie dafür sorgen, dass das Mittelohr besser belüftet wird und das Sekret abfliessen kann. Weiteres Plus: Die Nasentropfen helfen auch gegen eine verstopfte Nase, die ja oft mit einer Mittelohrentzündung einhergeht.

Bei einer bakteriellen Infektion verschreiben Ärzt*innen Antibiotika, die schon am nächsten Tag für eine Linderung der Beschwerden sorgen können. Achtung: Antibiotika müssen so lange eingenommen werden, wie sie verschrieben wurden. Ansonsten besteht die Gefahr, dass es gleich wieder zu einer Entzündung des Mittelohrs kommt. Bei Kindern hängt die Einnahme von Antibiotika von ihrem Alter und ihren Beschwerden ab. Grundsätzlich spricht aber nichts dagegen.

Wer eine Mittelohrentzündung hat, sollte sich in jedem Fall schonen und die Erkrankung in Ruhe auskurieren. Wichtig ist, viel zu trinken. Vor allem Tee kann Betroffenen richtig guttun und dabei helfen, sich bald wieder besser zu fühlen. Eine Kontrolle bei der*dem HNO-Ärzt*in ist, wenn die Symptome abgeklungen sind, übrigens sehr sinnvoll. “Auch wenn die Schmerzen verschwunden sind, kann manchmal noch Flüssigkeit im Mittelohr bleiben”, sagt Max Bauer. “Das nennt man Paukenerguss – er kann das Hören weiterhin beeinträchtigen.” Um sicherzugehen, dass das Ohr ausgeheilt ist, empfiehlt der Audiologe in jedem Fall einen abschliessenden Check.

Wann ein Trommelfellschnitt notwendig ist

Wenn die Mittelohrentzündung nicht vollständig verheilt, immer wiederkehrt oder bereits chronisch ist, können kleinere operative Eingriffe notwendig werden. Ist das Ohr beispielsweise über einen längeren Zeitraum hinweg mit Flüssigkeit gefüllt, wird nicht nur der Druck im Ohr gross, für Krankheitserreger sind gerade diese feuchten Bedingungen ein super Nährboden. Das möchten HNO-Ärzt*innen mit der sogenannten Parazentese ändern, dem Trommelfellschnitt.

Durch einen kleinen Schnitt im Trommelfell kann das überschüssige Sekret abfliessen und das Mittelohr wird wieder belüftet. Der Druck im Ohr lässt zudem nach, für die Betroffenen oft eine grosse Erleichterung. Im Zuge des Eingriffes, der unter örtlicher Betäubung stattfindet, kann auch ein Röhrchen in den Schnitt eingesetzt werden. Es sorgt dafür, dass die Flüssigkeit weiterhin problemlos abfliesst. Um sicher zu gehen, dass die Mittelohrentzündung nicht wiederkommt, bleibt es über einen längeren Zeitraum im Ohr. „Das Röhrchen bleibt in der Regel mehrere Monate im Trommelfell“, sagt Max Bauer. „Und fällt dann einfach von selbst raus. Oft findet man es in der Früh am Kopfkissen.“

Wie kann ich als Angehörige*r helfen?

Wenn Ihr Kind oder ein anderes Familienmitglied von einer Mittelohrentzündung betroffen ist, hilft es am meisten, wenn Sie sich um die erkrankte Person kümmern. Nehmen Sie die Schmerzen ernst und achten Sie darauf, ob sich etwas an den Symptomen ändert. Sie können trösten und gut zusprechen. Kochen Sie Tee und achten Sie darauf, dass die betroffene Person ausreichend trinkt. Auch bei Ärzt*innenbesuchen können Sie ihre*n Liebste*n unterstützen. Oft fühlt man sich, wenn man krank ist, schon dadurch etwas besser, dass man weiss, man ist nicht allein.

Frau und Kind umarmen sich

Helfen Hausmittel gegen eine Mittelohrentzündung?

Ja, es gibt Hausmittel, die sich bewährt haben. „Als die Leute noch keine Schmerzmittel zur Verfügung hatten, haben sie Kindern eine heisse Zwiebel auf die Ohren gelegt“, sagt Max Bauer. „Das hat eine gewisse Berechtigung, sie wirkt nämlich antibakteriell und hält warm.“ Auch heute gehören Zwiebelsäckchen, die man ganz einfach zuhause selbst machen kann, zu den Hausmitteln, die man ausprobieren kann. Dafür eine Zwiebel schälen und klein schneiden, in ein Säckchen oder ein Stofftuch geben und leicht erwärmen, zum Beispiel über Wasserdampf. Das Säckchen kann man dann für eine halbe Stunde oder länger auf das betroffene Ohr legen. Die Wärme tut gut und die Zwiebel kann die Schmerzen lindern. Wichtig ist, dass das Zwiebelsäckchen nicht zu heiss ist. Und noch etwas sollte man laut Max Bauer beachten: “Hausmittel sind kein Ersatz für eine ärztliche Abklärung.” Sie können nur unterstützend wirken.

Kälte vermeiden

Audiologe Max Bauer hat noch eine Empfehlung, was man gegen eine Otitis media tun kann – und zwar bevor sie überhaupt auftritt. Sein Tipp zur Prävention: die Ohren warmhalten. „Kälte ist ein Auslöser für Ohrenschmerzen, deshalb sollten vor allem Kinder immer eine Mütze tragen“, sagt er. Wer empfindliche Ohren hat, kann laut Bauer auch zu Watte (oder einem Taschentuch) greifen. Einfach ein kleines Stück vorsichtig ins Ohr geben, damit die Wärme im Ohr bleibt und vor Wind und Wetter geschützt ist. Wer möchte, kann auch speziell behandelte Wolle kaufen, die zusätzlich feuchtigkeitsabweisend ist. Das ist übrigens nicht nur im Winter ratsam, auch im Sommer empfiehlt Max Bauer, die Ohren vor Kälte zu schützen. „Wenn man im Freibad aus dem Wasser kommt und der Wind pfeift, die Ohren am besten gleich abtrocknen und ein Stück Taschentuch rein.“ Dann kann den Ohren nichts passieren, vor allem keine Mittelohrentzündung.

Wasser im Ohr

Um einer Ohrenentzündung vorzubeugen, sollte nicht nur das Abtrocknen der Ohren nach dem Schwimmen dazugehören, sondern auch, Wasser, das sich beim Planschen im Ohr gesammelt hat, aus dem Gehörgang rauszukriegen. Erstens, um die Ohren vor Feuchtigkeit zu schützen. Zweitens können mit dem Wasser Bakterien oder Keime ins Ohr gespült werden, die in weiterer Folge für eine Infektion sorgen können. Meistens reicht es, den Kopf auf die Seite zu legen oder kurz zu schütteln. Wer verhindern möchte, dass sich überhaupt Wasser im Ohr sammelt, kann unseren Schwimm-Gehörschutz von Earwear ausprobieren, den es auch speziell für Kinder gibt.

Mittelohrentzündung durch Wasser im Ohr

Viren und Bakterien mögen es, wenn es im Ohr feucht ist. Unser Spritzwasserschutz, den wir an jedes Ohr individuell anpassen, verhindert genau das. Earwear Swim sorgt dafür, dass beim Schwimmen alles im Trockenen bleibt. Gerade bei Kindern, die ihre Zeit am liebsten im Freibad verbringen, kann der Gehörschutz dabei helfen, Entzündungen in den Ohren vorzubeugen. Er sorgt verlässlich dafür, dass Wasser nicht zu tief ins Ohr eindringt, in dem er die Ohren komplett verschliesst. Earwear Swim ist auch hautfreundlichem, schwimmfähigen Material und hält die Ohren bis zu drei Sommer lang trocken.

Und auch im Badezimmer kommt der Spritzwasserschutz von Neuroth zum Einsatz. „Wenn bereits ein Paukenröhrchen eingesetzt wurde, darf man weder baden noch duschen, damit kein verunreinigtes Wasser ins Ohr kommt“, sagt Max Bauer. Mit dem massangefertigten, wasserabweisenden Gehörschutz unserer Marke Earwear klappt die Hygiene trotz Mittelohrentzündung problemlos.

Wie kann Neuroth mir helfen?

Zwar klingen die Symptome und Schmerzen einer Mittelohrentzündung in der Regel nach ein paar Tagen ab, tritt die Otitis media aber immer wieder auf, kann die Erkrankung chronisch werden – und die Hörstärke beeinflussen. Aus diesem Grund sollten Ohrenschmerzen, vor allem wenn sie wiederkehrend sind, ernst genommen werden. Bei Neuroth unterstützen wir Sie mit unserem Gehörschutz fürs Schwimmen und begleiten Sie auch dann, wenn Sie betroffen sind. Gemeinsam finden wir die passende Hörgeräte-Lösung, damit Sie trotz der Otitis media nicht auf gutes Hören verzichten müssen.

Nahaufnahme eines lachenden Mädchens im Badeanzug mit Earwear swim

Die richtige Hörgeräte-Versorgung

Menschen, die bereits ein Hörgerät von Neuroth tragen, wissen: Gut zu hören, beeinflusst die Lebensqualität. Denn mit der Hörlösung kommen nicht nur alle Klänge wieder in den Alltag zurück, sondern auch die Hörstärke – und mit ihr das Selbstbewusstsein. Bei einer Mittelohrentzündung kann es unter Umständen allerdings ratsam sein, auf die Hörgeräte zu verzichten.

„Das Hörgerät“, sagt Audiologe Max Bauer, „verschliesst den Gehörgang. Gerade bei einer Mittelohrentzündung, wenn zum Beispiel schon ein Röhrchen für die Belüftung eingesetzt wurde, möchte man ja aber genau das Gegenteil erreichen.“ Wenn es möglich ist, etwa bei einer akuten Otitis media, die nach ein paar Tagen abklingt, und der Hörverlust die Person nicht zu sehr beeinträchtigt, sollte man laut Bauer auf das Tragen des Hörgeräts während der Entzündung verzichten. Ist das keine Option, helfen unsere erfahrenen Hörakustiker*innen in den Fachinstituten weiter.

Bei einem entzündenden Mittelohr sind Im-Ohr-Hörgeräte oder Hinter-dem-Ohr-Hörgeräte mit geschlossener Otoplastik (so wird das Ohrpassstück genannt) nicht zu empfehlen. Wir raten stattdessen zu einer sogenannten offenen Hörgeräteversorgung. Dabei verwenden wir Hinter-dem-Ohr-Hörgeräte, die wir mit einem dünnen Schlauch kombinieren, der in das Ohrinnere führt. Diese besondere Form nennt sich RIC, was für Receiver-In-Canal steht oder auch Ex-Hörer-Geräte genannt wird. Diese Art von Hörsystem sorgt dafür, dass ausreichend Luft ins Mittelohr kommt – und auch alle Klänge Ihre Ohren erreichen.

Übrigens: Hörgeräte sind keine Ursache für Mittelohrentzündungen. Eine Otitis media wird ausschliesslich von Viren oder Bakterien verursacht, die über den Mund- und Rachenraum ins Mittelohr eindringen. Hörgeräte von Neuroth können aber dabei helfen, die Hörmomente trotz Erkrankung bewusst wahrzunehmen. Mit unserer Unterstützung steht Ihrer Hörstärke also nichts im Weg, auch nicht die Mittelohrentzündung.

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