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Hörverlust und Diabetes auf einen Blick:

  • Für Menschen, die an Diabetes erkranken, ist das Risiko, einen Hörverlust zu erleiden, doppelt so hoch.
  • Der Grund für einen Hörverlust kann eine Durchblutungsstörung und Zellschäden im Innenohr sein. Oft ausgelöst durch Diabetes.
  • Für Diabetiker*innen sind regelmäßige Hörtests wichtig.
  • Die Behandlung von Diabetes kann dazu beitragen, das Fortschreiten der Hörminderung zu stoppen.
  • Hat die Hörstärke abgenommen, helfen Hörgeräte von Neuroth, wieder besser zu hören.
Max Bauer, Specialist Clinical Audiology (MSCA), Influencer, Innovation
Maximilian Bauer, MSc

Specialist Clinical Audiology (MSCA), Influencer, Innovation

In den meisten Fällen entsteht eine Hörminderung nur langsam. Mit der Zeit bemerken betroffene Menschen, dass sie nicht mehr so gut hören wie früher und in Gesprächen nicht mehr alles verstehen. Das ist auch bei Diabetiker*innen so, die aufgrund ihrer Erkrankung einen Hörverlust entwickeln. Für sie ist es sogar doppelt so wahrscheinlich, dass ihre Hörstärke einmal abnimmt. Zwar lässt sich der Hörverlust nicht heilen, aber er lässt sich gut behandeln. Und mit den passenden Hörgeräten kommt die Hörstärke zurück ins Leben und mit ihr auch alle Töne. 

Was man unter Diabetes versteht

Diabetes bezeichnet eine chronische Stoffwechselerkrankung, die durch einen Mangel an Insulin verursacht wird. Insulin ist ein Botenstoff, der in der Bauchspeicheldrüse gebildet wird und dafür verantwortlich ist, den Zucker, den wir über die Nahrung aufnehmen, zu den richtigen Körperzellen zu bringen. Das ist wichtig, weil uns Zucker mit Energie versorgt, die unser Gehirn, unsere Muskeln, ja unser ganzer Körper braucht. Bei einer Diabetes-Erkrankung funktioniert dieser Zuckertransport nicht richtig. Entweder weil die Bauchspeicheldrüse kein Insulin produziert – das ist Typ-1-Diabetes, der meistens bei Kindern und Jugendlichen auftritt. Oder weil das Insulin nicht mehr wirkt, wie bei Typ-2-Diabetes, der unter anderem aufgrund eines ungesunden Lebensstil enstehen kann. Die Folge: Der Zucker erreicht sein Ziel nicht, er bleibt im Blut. Darum sagt man umgangssprachlich auch Zuckerkrankheit dazu. Die genaue medizinische Bezeichnung lautet Diabetes mellitus. Aus dem Griechischen übersetzt heißt das so viel wie „honigsüßer Durchfluss.“ Unternimmt man nichts gegen den Überschuss an Zucker im Blut, kann das schwerwiegende Folgen haben: Herzinfarkte, Schlaganfälle, Erblindung, Amputationen sowie Nierenversagen. Auch ein Hörverlust ist möglich. Umso wichtiger ist es, Diabetes früh zu erkennen, um weitere Erkrankungen zu vermeiden. Die richtige Behandlung verbessert außerdem nicht nur die Lebensqualität, sondern hat auch einen positiven Einfluss auf die Hörstärke.

Wer von Diabetes betroffen ist

In Österreich leben laut Schätzungen mehr als 800.000 Menschen mit Diabetes. Das heißt, jede zehnte Person im Land ist davon betroffen. In Deutschland sind es acht Millionen Menschen und in der Schweiz etwa 525.000 Personen, die an Diabetes erkrankt sind. Europaweit liegt die Zahl bei 61 Millionen. Die Tendenz: steigend. Die Gründe dafür sind unter anderem das zunehmende Alter der Bevölkerung sowie ein ungesunder Lebensstil. Zwei Faktoren, die vor allem die Entstehung von Typ-2-Diabetes begünstigen.

Dieser Typ 2 tritt in der Bevölkerung am häufigsten auf. 85 bis 90 Prozent aller Menschen mit Diabetes erkranken an dieser Form. Früher waren vor allem über 40-Jährige betroffen, weshalb man dazu auch Altersdiabetes gesagt hat. Heute erkranken immer mehr jüngere Menschen an Typ 2. Neben der genetischen Veranlagung liegt das nicht zuletzt an einem ungesunden Lebensstil. So ist die Mehrheit der Betroffenen übergewichtig oder adipös, also stark übergewichtig. Wichtig zu wissen: Es können auch normalgewichtige Personen Typ-2-Diabetes entwickeln.

Die vier Formen von Diabetes

  • Typ 1: Dabei handelt es sich um eine Autoimmunerkrankung, bei der das Immunsystem den eigenen Körper angreift. Es zerstört dabei die Zellen in der Bauchspeicheldrüse, die für die Produktion von Insulin verantwortlich sind. Es wird also gar kein Insulin gebildet. Typ-1-Diabetes tritt meistens im Kinder- und Jugendalter auf, kann in seltenen Fällen aber auch bei Erwachsenen vorkommen.
  • Typ 2: Bei Typ-2-Diabetes produziert die Bauchspeicheldrüse zwar ausreichend Insulin, aber es wirkt nicht so, wie es sollte. Die Rezeptoren, also das Ziel, an dem der Zucker andocken soll, sind unempfindlich gegen den Botenstoff geworden. Es gibt eine Insulinresistenz. Weil die Zellen den Zucker nicht mehr aufnehmen können, steigt der Blutzuckerspiegel immer weiter an. Die Bauchspeicheldrüse produziert deshalb immer mehr Insulin, kann den Bedarf aber mit der Zeit nicht mehr decken.
  • Typ 3: Darunter fallen alle Arten, die nicht 1, 2 oder 4 sind. Zum Beispiel genetisch vererbter Diabetes oder Diabetes, der nach der Entfernung der Bauchspeicheldrüse auftritt. Auch Diabetes, der aufgrund von Medikamenten wie Kortison auftritt, gehört dazu.
  • Typ 4: Als Typ 4 bezeichnet man Schwangerschaftsdiabetes. Die hormonellen Veränderungen während einer Schwangerschaft können zu einer Insulinresistenz führen oder sie verschlimmern. Mit dem Ende der Schwangerschaft legt sich die Resistenz meistens wieder. Was bleibt, ist ein erhöhtes Risiko für die Frauen und auch ihre Kinder, später einmal an Typ-2-Diabetes zu erkranken.

Diabetes und seine Symptome

Während Typ-1-Diabetes meist plötzlich und von Beginn an mit Symptomen auftritt, kommt Typ 2 eher schleichend daher, ohne allzu auffällige Beschwerden. Deshalb geht man auch davon aus, dass ungefähr ein Drittel aller Betroffenen gar nicht weiß, dass es Diabetes hat. Bis zur Diagnose von Typ 2 dauert es durchschnittlich acht bis zehn Jahre. Trotzdem gibt es Anzeichen, auf die man achten kann. 

Mögliche Anzeichen für Diabetes: 

  •  Vermehrter Harndrang 
  • Starker Durst 
  • Schwächegefühl 
  • Müdigkeit 
  • Konzentrationsstörungen 
  • Sehstörungen 
  • Juckreiz und trockene Haut 
  • Geschwächtes Immunsystem 
  • Schwindel (Typ 1) 
  • Gewichtsverlust und Muskelschwäche (Typ 2) 

Die Behandlung bei Diabetes

Die Behandlung von Personen, bei denen eine Typ-2-Erkrankung aufgetreten ist, beginnt üblicherweise damit, dass sie ihren Lebensstil verändern müssen. Es geht zum Beispiel darum, die Ernährung umzustellen, mit dem Rauchen aufzuhören, Übergewicht zu verlieren und sich mehr zu bewegen. Je nach Schwere der Erkrankung und Gesundheitszustand der betroffenen Person kommen auch blutzuckersenkende Medikamente zum Einsatz. Erst wenn Lebensstilveränderungen und Medikamente nicht das gewünschte Ergebnis bringen, muss mit Insulin behandelt werden. Menschen mit Typ 1, deren Bauchspeicheldrüse kein Insulin produziert, müssen es von Beginn an spritzen. 

Prävention von Diabetes

Typ-2-Diabetes lässt sich durch einen gesunden Lebensstil vorbeugen. Darunter versteht man eine ausgewogene Ernährung sowie ausreichend Bewegung. Auf Rauchen zu verzichten und Gewicht zu reduzieren, hat ebenfalls eine positive Auswirkung. So kann die Bauchspeicheldrüse das für die Energiegewinnung notwendige Insulin produzieren – und das Insulin selbst kann seine volle Wirkung entfalten.

Die Vorstufe von Typ-2-Diabetes nennt man im Übrigen Prädiabetes. Dabei ist der Blutzuckerspiegel schon erhöht. Das Risiko für Gefäßerkrankungen und Herzinfarkte ist bereits größer. Doch mit Änderungen im Lebensstil kann man in diesem Stadium noch verhindern, dass es zu einer chronischen Erkrankung kommt.

Ratsam sind in diesem Zusammenhang regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen. Dabei können nicht nur Risikofaktoren besprochen, sondern auch Blutzucker, Blutdruck, die Höhe des Cholesterins sowie andere für Diabetes relevante Werte ermittelt werden. Diabetes kann so rechtzeitig erkannt und behandelt werden. Eine frühzeitige Behandlung hilft dabei, Folgeerkrankungen hinauszuzögern oder ganz zu verhindern. Außerdem können Diabetiker*innen, die rasch eine Diagnose bekommen, lernen, mit ihrer Erkrankung umzugehen. Sie haben eine viel höhere Lebensqualität und auch eine höhere Lebenserwartung.

Ärztin testet den Blutzucker bei Patient

Wenn die Hörstärke nachlässt

Bei einer Hörminderung ist es so ähnlich wie bei Typ-2-Diabetes. Sie lässt sich nicht so leicht erkennen, weil sie langsam und schleichend entsteht. Erst nach und nach gehen dabei bestimmte Töne verloren. Dann kann es zum Beispiel sein, dass man das Vogelgezwitscher im Garten oder die Regentropfen am Fenster nicht mehr hört. Andere Geräusche wiederum verschwimmen. Der Alltag klingt irgendwie anders und auch bei Gesprächen haben Betroffene immer öfter das Gefühl, dass die oder der andere undeutlich spricht. Es fällt ihnen zunehmend schwerer, Sprache zu verstehen. Vor allem laute Umgebungen können eine echte Herausforderung für Menschen mit einem Hörverlust sein und dazu führen, dass sie sich zurückziehen.

Mögliche Anzeichen für einen Hörverlust: 

  • Schwierigkeiten bei Gesprächen  
  • Geräusche verschwinden 
  • Meiden von bestimmten Situationen und lauten Umgebungen 
  • Lärmempfindlichkeit  
  • Lautes Fernsehen

Wie die Hörminderung den Alltag beeinflusst

In Österreich ist schätzungsweise jede fünfte Person von einem Hörverlust betroffen. Das kann verschiedene Gründe haben: Alter, Lärm, ein Knalltrauma oder Tinnitus. Viele bemerken zwar, dass etwas nicht stimmt, aber denken dabei nicht unbedingt gleich an eine Hörminderung. Es kann auch sein, dass sie nicht wahrhaben wollen, nicht mehr so gut zu hören. Manchmal sind es auch Familie oder Freund*innen, denen auffällt, dass das Hörvermögen bei ihren Liebsten nachgelassen hat oder sie plötzlich ganz leise werden und lieber für sich sind. Denn Menschen, die von einer Hörminderung betroffen sind, kann es unangenehm sein, dass sie in Gesprächen immer wieder nachfragen müssen oder in größeren Gruppen nur mehr wenig verstehen. Es kann sie verunsichern und bedrückend sein. Die Folge: Sie meiden soziale Situationen. Dabei ist ein Hörverlust nichts, wofür man sich schämen muss. Ganz im Gegenteil. Ein Hörgerät ist so normal wie eine Brille. Und je früher man sich Unterstützung für die Ohren holt, desto besser. Wir bei Neuroth begleiten Menschen mit Hörminderungen auf ihrem Weg zu neuer Hörstärke und zu neu gewonnener Lebensqualität. Das gilt natürlich auch für Diabetiker*innen, die aufgrund ihrer Erkrankung nicht mehr so gut hören wie früher.

Diabetes und Hörverlust

Diabetes kann zu einer ganzen Reihe an Folgeerkrankungen führen, darunter Herzinfarkte und Schlaganfälle. Auswirkungen gibt es auch auf Nieren, Augen, Gefäße, Nerven – und sogar Ohren. Neuroth-Audiologe Max Bauer sagt: „Dass Diabetiker*innen schlechter hören, liegt unter anderen an einer schlechteren Durchblutung der Ohren.“ In Studien zeigte sich, dass ein zu hoher Blutzuckerspiegel vor allem das Innenohr schädigt. [1] In Untersuchungen, die den Zusammenhang zwischen Diabetes und Hörverlust ergründen, stellten Forscher*innen zudem fest, dass Diabetiker*innen ein etwa doppelt so hohes Risiko haben, einen Hörverlust zu erleiden als gesunde Menschen. [2] Sogar im Vorstadium von Diabetes, dem sogenannten Prädiabetes, ist die Wahrscheinlichkeit für einen Hörverlust bereits um 30 Prozent höher. Das gilt sowohl für Menschen, die an Typ 1 erkranken, als auch Menschen mit Typ-2-Diabetes. Die Hörstärke kann also unabhängig von der Art des Diabetes abnehmen. Je nach Dauer und Schwere der Diabetes-Erkrankung sowie dem Alter der betroffenen Person ist die Hörminderung schwach oder stark. Grundsätzlich lässt sich laut einer Analyse aus dem Jahr 2023 sagen, dass Diabetes am ehesten das Gehör von 35- bis 65-Jährigen schädigt. [3]

Diabetes erhöht aber nicht nur die Wahrscheinlichkeit, einen Hörverlust zu erleiden, sondern kann auch Auswirkungen auf bestehende Hörminderungen haben. „Eine große Herausforderung ist, dass sich der Hörverlust aufgrund von Diabetes immer weiter verschlechtert, er hat also einen progressiven Verlauf“, sagt Max Bauer. „Das ist die Gefahr, mit der Diabetiker*innen leben.“ Die gute Nachricht: Wer seinen Blutzucker gut unter Kontrolle hat, schützt auch das Gehör vor einer zunehmenden Verschlechterung. Ist bereits ein Hörverlust aufgetreten, lässt sich auch dieser in den Griff bekommen. Moderne Hörgeräte von Neuroth bringen alle Töne zurück in den Alltag und gemeinsam mit unseren Hörakustiker*innen kommt die Hörstärke so zurück ins Leben.

Ursachen für einen Hörverlust bei Diabetes

Personen, die an Diabetes erkranken, sind etwa doppelt so häufig von einem Hörverlust betroffen wie Menschen ohne Diabetes. Den einen Auslöser für die Hörminderung gibt es allerdings nicht. Laut einer wissenschaftlichen Untersuchung aus dem Jahr 2023 kann die gestörte Verarbeitung von Insulin und Glukose im Körper der betroffenen Personen unter anderem zu Erkrankungen des Innenohrs führen, die wiederum die Hörstärke negativ beeinflussen. [4] Auch Gene könnten dabei eine Rolle spielen, inwiefern, ist aber noch ungeklärt. Als Diabetiker*innen schlechter zu hören, kann auch noch andere Gründe haben.

  • Durchblutungsstörungen: Im Innenohr sind kleinste Nerven und Blutgefäße zu finden, die im Normalfall mit Blut und Sauerstoff versorgt werden, damit unser Gehör funktioniert. Die hohen Blutzuckerwerte, die bei Diabetes auftreten, können nun dazu führen, dass die ausreichende Versorgung nicht mehr sichergestellt ist. Das Ergebnis: eine Unterversorgung, die nicht nur Nerven und Gefäße im Ohr schädigt, sondern auch das Hören verschlechtern kann. Außerdem zeigen Studien, dass Diabetes Auswirkungen auf die Blutgefäße der Hörschnecke im Innenohr (Cochlea) haben kann. Wird die Hörschnecke nicht so durchblutet, wie sie sollte, und fehlen ihr Nährstoffe, nimmt die Hörstärke dadurch ab. Die Schädigung der Nerven durch zu hohe Blutzuckerwerte über einen zu langen Zeitraum wird auch Neuropathie genannt.
  • Zellschäden: Mitochondrien sind Zellorganellen, also begrenzte Bereiche innerhalb einer Zelle, die für bestimmte Funktionen verantwortlich sind. Die Aufgabe von Mitochondrien: Zellen mit Energie zu versorgen. Deshalb werden sie auch als Kraftwerke der Zelle bezeichnet. Diabetes kann Mitochondrien schädigen, was unter anderem zu einer unzureichenden Energieversorgung im Körper und eben auch im Ohr führt. Auch oxidativer Stress, der Zellen ebenfalls schädigen kann, wird dadurch begünstigt.
  • Anatomische Veränderungen: Wer an Diabetes leidet, könnte auch vom Verlust von Haarsinneszellen im Ohr betroffen sein. Sie wandeln Schall für das Gehirn in elektrische Signale um, damit es Geräusche wahrnimmt. Forscher konnten zudem feststellen, dass Blutgefäßwände bei Diabetiker*innen tendenziell dicker sind als bei gesunden Menschen. Ist zu viel Zucker im Blut, lagert er sich an den Wänden der Arterien ab und schädigt die Gefäße. Sie werden dadurch auch enger, was vor allem in Kombination mit einem erhöhten Blutdruck und unbehandelt zu Herzinfarkten und Schlaganfällen führen kann.
  • Infektionen: Das Ohrenschmalz von Diabetiker*innen kann unter Umständen weniger säurehaltig sein, was sowohl Infektionen des äußeren Ohrs als auch des Gehörgangs begünstigt. Wenig saures Ohrenschmalz macht übrigens auch die Haut des Ohres empfindlicher.

Hörverlust durch Diabetes erkennen und vorbeugen

Einen Hörverlust bei Diabetes erkennt man an den gleichen Anzeichen wie einen Hörverlust ohne Diabetes: Geräusche, die verschwimmen und Töne, die aus dem Alltag verschwinden. Auch das Verstehen von Sprache fällt zunehmend schwerer. „Bei Diabetes gibt es aber einen enormen Risikofaktor: die schlechtere Durchblutung“, sagt Max Bauer. „Das führt dazu, dass sich das Hören früher verschlechtern kann, also auch jüngere Menschen von einem Hörverlust betroffen sein können.“ Die Hörstärke nimmt sowohl bei jüngeren als auch älteren Menschen nur schleichend ab und fällt daher im ersten Moment vielleicht gar nicht auf. Umso wichtiger ist es, auf Symptome zu achten und die Ohren regelmäßig überprüfen zu lassen.

Hören Sie auf Ihre Ohren

Haben Sie in letzter Zeit das Gefühl, nicht mehr alles zu verstehen? Machen Ihnen laute Umgebungen zu schaffen? Vielleicht liegt das an einem Hörverlust. Finden Sie es am besten gleich heraus. 

Warum regelmäßige Hörtests wichtig sind

Hörverluste können nicht rückgängig gemacht werden. Auch eine Hörminderung, die im Zuge einer Diabetes-Erkrankung entstanden ist, bleibt bestehen. In der Forschung gibt es allerdings Hinweise darauf, dass man den Hörverlust, der durch die Schädigung von Nerven entsteht, reduzieren kann. Gefäßerweiternde Behandlungen haben dabei zu einer besseren Durchblutung geführt und positive Effekte auf das Hören gehabt. Eine Veränderung des Lebensstils sowie eine gesunde Ernährung, die für Diabetiker*innen generell wichtig sind, können dabei helfen, den progressiven Verlauf des Hörverlusts zu stoppen. Heißt: Die Hörstärke nimmt nicht weiter ab.

Diabetiker*innen, die ein höheres Risiko für einen Hörverlust haben, sollten außerdem einmal im Jahr zum Hörtest gehen, damit Veränderungen in ihrem Hören früh erkannt werden. „Eine der zentralen Fragen bei der Anamnese in unseren Fachinstituten ist, ob unsere Kund*innen an Diabetes erkrankt sind“, sagt Neuroth-Audiologe Max Bauer. Denn je früher die Hörminderung entdeckt wird, desto geringer sind die Schäden am Gehör und desto einfacher ist auch die Gewöhnung an Hörgeräte.

Zu Beginn einer Hörminderung erinnern sich Ohren und Gehirn noch an das Hören. Wird das schlechtere Hören erst spät erkannt, kann es sein, dass sich das Hörsystem im Körper, also Ohren und Gehirn, schon umstrukturiert hat. „Wenn bestimmte Frequenzen nicht mehr im Gehirn ankommen, wird dieser Platz frei“, sagt Max Bauer. „Das Gehirn nutzt den frei gewordenen Platz dann für etwas anderes.“ Kommen mithilfe eines Hörgeräts plötzlich wieder Informationen ins Gehirn, kann es zuerst gar nichts mit ihnen anfangen. Es muss sich erst wieder daran gewöhnen zu hören. Auch das Filtern von wichtigen und unwichtigen Geräuschen muss es dann neu lernen. „Je weniger in den Strukturen kaputt ist, desto unkomplizierter ist es, die Ohren beim Hören zu unterstützen“, sagt der Audiologe. Unabhängig davon, wann betroffene Personen zu uns ins Fachinstitut kommen, unsere erfahrenen Hörakustiker*innen können in jedem Fall helfen. Mit passenden Hörgeräten und einem stets offenen Ohr.

Diabetiker*innen sollten ihr Gehör einmal pro Jahr professionell überprüfen lassen, um etwaige Hörminderungen rechtzeitig zu erkennen.

Max Bauer, Neuroth-Audiologe

Der Hörtest bei Neuroth

Neuroth-Audiologe Max Bauer empfiehlt Diabetiker*innen, „ihr Gehör einmal im Jahr professionell überprüfen zu lassen.“ Einen Anhaltspunkt für die eigene Hörstärke kann der Online-Hörtest von Neuroth geben. Den professionellen Hörtest in unseren Fachinstituten ersetzt dieser aber nicht. Der kostenlose und unverbindliche Hörtest bei Neuroth beginnt mit einem ausführlichen Gespräch, in dem unsere Hörakustiker*innen den persönlichen Hörbedarf unserer Kund*innen ermitteln. Dabei geht es auch um Erkrankungen wie Diabetes und welche Auswirkungen sie auf die betroffene Person haben. Die professionelle Hörmessung erfolgt in drei Schritten:

  • Reinton-Audiometrie: Darunter versteht man die Messung des Hörvermögens. Also wie laut oder leise sind die Töne, die man noch hört.
  • Messung der Schallweiterleitung: Dabei wird untersucht, ob die Weiterleitung und Umwandlung der Schallwellen funktioniert oder ob es Einschränkungen gibt.
  • Sprachverständnis-Test: Wir stellen fest, wie gut Wörter und Zahlen verstanden werden und wie sich das Sprachverstehen bei Hintergrundlärm verändert.

Im Anschluss erklären und besprechen unsere Hörakustiker*innen das Ergebnis mit den Kund*innen und leiten bei Bedarf die nächsten Schritte ein. Was auch immer Kund*innen brauchen, Neuroth bleibt an ihrer Seite.

Kundin macht Hörtest bei Neuroth

Mit Hörgeräten gegen den Hörverlust

Hörgeräte bringen verloren geglaubte Klänge zurück in den Alltag. Sie sind so gut wie unsichtbar, extrem leistungsstark und äußerst robust. Moderne Geräte stellen sich in Millisekunden automatisch auf die jeweilige Hörumgebung ein. Sie führen zu einer besseren Lebensqualität, weil Menschen mit Hörminderung wieder am Leben teilhaben können und auch möchten. Sie fühlen sich sicher und hörstark.

Welche Hörgeräte am besten zur jeweiligen Person passen, finden Hörakustiker*innen gemeinsam mit Kund*innen heraus. Dabei geht es um persönliche Bedürfnisse und Vorlieben. Auch die Art des Hörverlusts sowie die Form der Ohren haben einen Einfluss darauf, welche Geräte geeignet sind.

Man unterscheidet zwei Arten von Hörgeräten:

  • Im-Ohr-Geräte: Kleinste Hörgeräte und besonders diskret. Sie werden individuell gefertigt und direkt im Ohr getragen. Das ist vor allem für Brillenträger*innen praktisch.
  • Hinter-dem-Ohr-Geräte: Die Elektronik sitzt in einem Gehäuse hinter dem Ohr. Entweder befindet sich der Lautsprecher dabei im Gehäuse oder ein dünner, fast unsichtbarer Schlauch führt zum zum Lautsprecher im Ohr.

Hörgeräte bei Diabetes

Die Wahl des Hörgeräts ist eine individuelle Entscheidung und hängt unter anderem mit persönlichen Vorlieben zusammen. Egal welches Modell man wählt, der perfekte Sitz des Hörgeräts ist immer wichtig. Neuroth fertigt dafür auch individuelle Ohrpassstücke an, Otoplastiken genannt. Der Feinschliff dieser Spezialanfertigungen erfolgt von Hand. Das verwendete Material ist gut verträglich, sowohl für Allergiker*innen als auch bei sensibler Haut. Gerade bei Diabetiker*innen, bei denen die Empfindlichkeit der Haut eben eine Herausforderung sein kann, spielt das eine große Rolle. Bei ihnen achten wir auch ganz besonders auf die Form und den Sitz der Otoplastiken. Audiologe Max Bauer sagt: „In manchen Fällen spüren Diabetiker*innen den Druck der Ohrpassstücke nicht richtig, es kommt dann zu einem verzögerten Schmerzgefühl.“ Das bedeutet: Etwaige Druckstellen werden erst spät erkannt, wenn es schon zu Verletzungen gekommen ist. Expert*innen von Neuroth sind darin geschult, Ohrpassstücke in solchen Fällen besonders weich zu gestalten und locker anzupassen und weisen auch die jeweiligen Träger*innen auf diese Besonderheit ihrer Ohren und der Haut hin.

Und auf noch etwas sollten Diabetiker*innen achten. „Das jährliche Service ist für sie ein wichtiger Termin“, sagt Max Bauer. „Denn dabei können wir feststellen, ob die Hörgeräte nach einem Jahr auch noch gut sitzen oder ob wir etwas nachstellen und neu justieren müssen.“ Außerdem lässt sich so beobachten, wie sich der Hörverlust entwickelt hat. Im besten Fall: gar nicht. Die Lebensqualität wird mit neu gewonnener Hörstärke hingegen viel besser. Das werden Diabetiker*innen sehen. Und vor allem: hören.

Holen Sie sich Ihre Hörstärke zurück!

Mit den passenden Hörgeräten, die auf Ihre Bedürfnisse abgestimmt sind, können Sie wieder alle Geräusche wahrnehmen und das Leben in all seinen Klängen genießen. Unsere Hörakustiker*innen begleiten Sie dabei Schritt für Schritt. 

FAQ

  • Was hat Diabetes mit schlechtem Hören zu tun?

    Diabetiker*innen haben im Vergleich zu Menschen ohne Diabetes ein etwa doppelt so hohes Risiko, einen Hörverlust zu erleiden. Es besteht also das Risiko, dass sie im Laufe ihrer Erkrankung irgendwann nicht mehr so gut hören.

  • Welche Ursachen gibt es für den Hörverlust bei Diabetes?

    Das ist noch nicht zu 100 Prozent geklärt. Man geht aber davon aus, dass die Gründe in Durchblutungsstörungen sowie in der Schädigung von Zellen liegen könnten. Auch Gene und Infektionen könnten eine Rolle spielen.

  • Was sind die Symptome von Hörverlust bei Diabetes?

    Anzeichen können verschwundene Töne im Alltag sein. Aber auch verschwommene Geräusche und generell schlechtes Verstehen von Sprache.

  • Was kann ich gegen einen Hörverlust bei Diabetes tun?

    Eine Lebensstilveränderung, viel Bewegung und eine gesunde Ernährung haben nicht nur einen positiven Einfluss auf die Diabetes-Erkrankung, sondern auch auf den Hörverlust. Er nimmt dann nicht weiter zu. Heilen lässt er sich allerdings nicht.

  • Wie kann ich dem Hörverlust durch Diabetes vorbeugen?

    Für Diabetiker*innen ist es ratsam, einmal jährlich zu einem professionellen Hörtest zu gehen, um einen möglichen Hörverlust, der nur langsam entsteht, schnell zu erkennen und gleich behandeln zu können.

  • Was kann ich tun, wenn ich als Diabetiker*in schlechter höre?

    Am besten einen Termin in einem unserer Fachinstitute ausmachen. Hörgeräte sind ein bewährtes Mittel gegen Hörminderungen und bringen nicht nur alle Geräusche in den Alltag zurück, sondern helfen dabei, die eigene Hörstärke neu zu entdecken.

Luttenberger Sabrina17.11.2025
Sabrina Luttenberger
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